Schon zum siebten Mal in Folge wird die Adventszeit in Lutzenberg zu einer Zeit der Begegnungen. Tanja Thomann organisiert und koordiniert seit 2011 die Aktion Adventsfenster. Jeden Abend eröffnet eine Familie oder Institution um 17.30 Uhr ein Advents-Fenster. Nachbarn und Interessierte jeden Alters treffen sich dann zum gemütlichen Austauschen, Kennenlernen und Feiern. Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit sind solche Orte der Begegnung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt von unschätzbarem Wert.

Es muss ein Geheimtipp sein. In der Agenda des Fokus, der Gemeindezeitung von Lutzenberg, suche ich den Hinweis auf die Adventsfenster nämlich vergeblich. Daher bin ich froh um den Hinweis von Gemeinde­schreiber Walter Grob. Auf meine Frage nach den Besonderheiten von Lutzenberg, erwähnte er die Advents­fenster von Lutzenberg. Schnell stosse ich auf den Namen Tanja Thomann, die zusammen mit ihrer Familie diese alte Tradition 2011 wieder ins Leben gerufen hat. Eine Freundin aus Lüchingen habe ihr vorge­schwärmt, wie schön dieser Brauch sei. Tanja Thomann war von der Idee begeistert und hat sich in Lutzen­berg ans Telefon gesetzt und in der Nachbarschaft herumgefragt, wer in der Adventszeit ein Fenster schmücken würde. Bald hatte sie 24 Zusagen.

Gut vernetzt

Dass sie im Dorf gut vernetzt ist, war hilfreich. Tanja Thomanns Kinder waren damals noch klein. In der Nachbarschaft habe es viele junge Familien und die gegenseitige Hilfsbereitschaft sei gross. Ausserdem sei sie Muki- und Kinderturn-Leiterin und kenne deshalb viele Familien. Inzwischen gebe es einige Personen, die jedes Jahr mitmachen. Andererseits stossen immer wieder neue Personen dazu, welche über Nachbarn oder dank Zufall auf die Adventsfenster-Aktion aufmerksam werden.

Die Fäden in der Hand

2017 war das siebente Mal, dass Tanja Thomann die Aktion koordiniert und ihr Leben einhaucht. Jeden Abend öffnet eine Familie um 17.30 Uhr ihr Fenster. Alle Mitwirkenden gestalten die Fenster nach ihren je eigenen Möglichkeiten. An den Wochenenden gibt es teilweise sogar einen kleinen Apéro. Manch eine Familie musiziere mit Flöten oder Hackbrett, an einem Ort gebe es jeweils Raclette und es trete für die Kinder ein Clown auf. Letztes Jahr habe sogar das Zentrum für Asylsuchende in der Gemeinde erstmals mitgemacht und afghanischen Chai angeboten. Das Seniorenwohnheim Brenden gehöre ebenfalls zu den festen Grössen. Sie schmückten immer das Fenster vom 6. Dezember und bei der Eröffnung sei jeweils der Samichlaus mit von der Partie. Ein unvergesslicher Anlass für kleine und grosse Kinder. Ein weiterer fester Bestandteil des Adventskalenders ist die Gemeindeverwaltung. Die oder der jeweilige Lernende sei jeweils für die Dekoration des Fensters verantwortlich und die Öffnung dieses Fensters wird jeweils zahlreich besucht. Am Morgen des 24. Dezembers komme die Eröffnung des Fensters sogar einem kleinen Dorffest gleich.

24 Orte der Begegnung

So treffen jeden Abend zwischen 10 und 30 Personen zusammen, um zu plaudern und sich auf Weihnachten einzustimmen. Tanja Thomann schätzt es, dass dank der Adventsfenster auch in der kalten und dunklen Jahreszeit Begegnungen in der Nachbarschaft stattfinden können. Durch das Projekt habe sie nicht nur das Dorf selber, sondern auch viele Einwohnerinnen und Einwohner besser kennen gelernt. Schon mehrmals hätten neu Zugezogene ihr gesagt, dass sie diese einfache Art, Menschen aus der Nachbarschaft kennen-zulernen, sehr schätzen. Auch sind durch die Adventsfenster schon zahlreiche neue Bekanntschaften entstanden. Diese und ähnliche Geschichten sind es, die Tanja Thomann zum Weitermachen motivieren. Sie ist dankbar für alle Familien und Institutionen, die mitmachen, und freut sich schon jetzt auf die nächste Adventszeit. Wer nächstes Mal mit dabei sein will, darf sich schon jetzt bei ihr melden: www.advent-lutzenberg.ch.