Der Verein Appenzellerland über dem Bodensee versteht sich als regionale Standortförderung. Was steckt hinter diesem Begriff und wo steht das AüB im Vergleich mit anderen Regionen?

Als neue Geschäftsführerin des Vereins AüB komme ich immer wieder in die Situation erklären zu müssen bzw. zu dürfen, was denn der Verein AüB eigentlich macht. In erster Linie versteht sich der Verein als regionale Standort-förderung. Gibt man den Begriff Standortförderung in die Suchmaschine Google ein, stösst man auf diverse grosse regionale Standortförderungsorganisationen des Bundes und der Metro­politanräume. Im Mittelpunkt der Tätigkeiten stehen oft die Ansiedelung von Unternehmen oder aufwändige Imagekampagnen. Immer häufiger aber trifft man auf Regionalverbände, welche das Thema Standortförderung ganzheitlicher angehen. Dann fliessen auch gesellschaftliche und ökologische Themen ein wie z.B. Raumentwicklung, Siedlungs- und Mobilitätsplanung, Generationenpolitik, Kultur und Bildung.

Kräfte bündeln und Kooperationen pflegen

Und was versteht nun der Verein Appenzellerland über dem Bodensee unter Standortförderung? Er trägt zu guten Rahmenbedingungen für das Leben und Arbeiten in der Region bei und fördert die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden. Es geht also um Arbeitsplätze, um innovative Unternehmen, um Lebensqualität, um Mobilität und um Ausbildungschancen. Eine breite Palette. Als kleine Region macht es Sinn, die Kräfte zu bündeln. Daher nimmt sich der Verein nicht aller obengenannter Themen an. Die Ansiedelung von Unternehmen beispielsweise erfolgt hauptsächlich durch die kantonale Standortförderung (Amt für Wirtschaft). Wenn lokale Kontakte oder Türöffner gefragt sind, steht das AüB jedoch selbstverständlich zur Verfügung. Auch für den Tourismus gibt es mit der ATAG eine Spezialistin.

Zusammenarbeit, Berufserkundung, Energie und Lebensqualität

Der Verein AüB legt einen Schwerpunkt auf die Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden. Da ist er konkret aktiv in verschiedenen Arbeits- und Projektgruppen. Ein weiteres wichtiges Themenfeld ist die Vernetzung zwischen Wirtschaft und Schulen. Der Berufserkundungstag, organisiert durch den Verein AüB, ist ein Beispiel dafür. Er ermöglicht dieses Jahr bereits zum zweiten Mal allen Jugendlichen der 2. Oberstufen, einen niederschwelligen Alltag in den Berufsalltag. 39 Betriebe im AüB öffnen am 21. September 2016 ihre Türen und bieten Berufserkun-dungsplätze an. Zudem ist AüB aktiv im Thema nachhaltige Energiepolitik. Fünf Gemeinden sind mit Unterstützung von AüB dabei, sich als Energie-Region zertifizieren zu lassen. Schliesslich nimmt sich AüB neu dem Thema Lebensqualität vertieft an. Wir laden Interessierte ein, folgende Fragen mit uns zu diskutieren: Was macht das Appenzellerland über dem Bodensee lebenswert? Heute und in Zukunft? Sind es die Arbeitsplätze, die saubere Luft, die Kleinkultur, die Mitwirkungsrechte, die Schulen, die örtlichen Läden? Und wir fragen die Teilnehmenden nach Ideen, wie es weitergehen könnte oder sollte?