Am Mittwoch 27. September 2018 öffneten die Betriebe und Unter­neh­men der Region ihre Türen für den Berufsnachwuchs. Knapp 150 Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe der Sekundar­schulen Heiden, Oberegg, Walzenhausen, Wolfhalden-Grub und Trogen-Wald-Rehetobel hatten die Gelegenheit, einen Lehrberuf in einem regionalen Betrieb kennenzulernen. Die Standortförderung Appenzellerland über dem Bodensee (AüB) organisierte und koordinierte den Berufserkundungstag zum vierten Mal.

Die Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe stehen noch ganz am Anfang der Berufswahl. Sie verschaffen sich einen Überblick über die Vielfalt an Ausbildungsmöglichkeiten. Der Berufserkun­dungstag will einen ersten Einblick in die Berufswelt ermöglichen. So stehen am Mittwoch 27. September zwei Jugendliche aus Rehetobel in der Backstube der Bäckerei-Konditorei Weinburg. Der Rückgang der Lernenden sei in seinem Beruf deutlich zu spüren, sagt Hans Kern. Er erhofft sich vom Berufserkundungstag, Interesse am Beruf und seinem Betrieb zu wecken, denn die Ausbildung von Lernenden mache ihm Freude. Diese ist deutlich zu spüren, als er Patrick zeigt, wie er aus einem Teig die gleichseitigen Dreiecke schneiden muss, die danach zu Gipfeli gerollt werden. An einem anderen Tisch steht Lilia. Sie verziert einen Riesen-Spitzbuben. Hier ist Kreativität gefragt, betont Hans Kern, der die Vielfalt der unterschiedlichen Tätigkeiten in seinem Beruf schätzt.

Was macht eigentlich ein Textiltechnologe bzw. eine Textiltechnologin?

Während der Beruf des Bäckers bzw. der Bäckerin wohl zu den ältesten überhaupt zählt, ist der Beruf Textiltechnologe/in noch jung. Die SEFAR in bildet als einer der wenigen Betriebe in der Ostschweiz Lernende in diesem Beruf aus. Ein weiterer ist die Bopp AG in Wolfhalden. Sie SEFAR stellt technische Gewebe her, die beispielsweise in der Architektur, in der Filtertechnik oder in einem Smartphone Verwendung finden. Melanie Inauen führt uns durch die Hallen mit Webstühlen und danach in die Vorproduktion. Hier wird alles vorbereitet, damit schliesslich gewoben werden kann. Ob der vielen Arbeitsschritte, die hier ausgeführt werden, kann man nur staunen. «Wir müssen hier äusserst präzise arbeiten», sagt Melanie Inauen. Jeder Fehler in der Vorbereitung zeige sich am Webstuhl. Das Resultat ist ein fehlerhaftes und damit wertloses Gewebe. Die beiden Jugendlichen, die den Beruf erkunden, können zwar nicht selber Hand anlegen, werden aber durch alle Schritte der Produktion geführt, sodass sie an diesem Morgen die ganze Breite des Berufes sehen, vom hauchdünnen Faden bis zum fertigen Gewebe.

Die Berufe Carrosseriespengler und Carrosserielackiererin sind wohl etwas bekannter. Alle, die einmal einen Autoschaden reparieren lassen mussten, kennen sie. In der Werkstatt der Willi Jenni Autospenglerei AG in Grub AR erhält Merlin aus Wolfhalden einen genaueren Einblick. Roger Wider zeigt ihm, wie die schadhaften Teile einer Stossstange entfernt werden müssen.

Das Interesse am Beruf wecken

Das lokale Gewerbe spürt den Rückgang der Schulabgängerzahlen. Der Berufserkundungstag ist eine Möglichkeit, die Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten in der Region aufzuzeigen. 55 Betriebe in 10 Gemeinden boten gut 200 Berufserkundungsplätze in 42 verschiedenen Lehr­berufen an. Ziel dieses Berufserkundungstages ist es, Lernende mit Ausbildungs­möglichkeiten in ihrer Wohnregion vertraut zu machen und ihnen die Möglichkeit für eine unkomplizierte Erkundung zu geben.

Die beteiligten Betriebe profitieren von der Möglichkeit, ihren Betrieb und den Beruf zu zeigen. Immer wieder mündet ein Kennenlernen anlässlich des Berufserkundungstages gar in ein Lehrverhältnis. Dank der regionalen Organisation können die Schülerinnen und Schüler aus einer grossen Palette an Berufen wählen.

Danke

Ein grosses Danke gilt den Mitwirkenden: Den Betrieben für ihr grosses Engagement, den Schülerin­nen und Schülern für das Interesse und den Schulen für die Vorbereitung und Begleitung der Jugendlichen!