Daniel Hasler führt in Walzenhausen und Marbach ein Haustechnik-Geschäft. Sie führen sanitäre Arbeiten, Heizungs­installationen und Spenglerarbeiten aus. Die Arbeit mit seinem motivierten Team macht ihm Spass. Gleichzeitig entwickelt er mit einem internationalen Team ein intelligentes Trink­wassersystem, das Wasser und Energie spart. Wie er den Balanceakt zwischen bodenständigem KMU und internationalem Startup meistert, hat er Katja Breitenmoser erzählt.

Im Office sind die beiden Innendienst-Mitarbeitenden von Daniel Hasler gerade dabei, die Decke herunter zu reissen. Endlich wird das Büro umgebaut. Bisher sah es noch so aus, wie es Daniel Hasler von seinem Vor­gänger über­nommen hat, denn die Arbeit bei den Kunden in der Region hat Vorrang. Die Geschäftsüber­nahme liegt nun 12 Jahre zurück. Seither ist ein weiterer Betriebs­standort in Marbach hinzugekommen. Fast alle Lernenden konnten nach Abschluss der Lehre weiter beschäftigt werden. So besteht das Team heute aus 10 jungen motivierten Berufsleuten – ein konstantes und gut funktionierendes Team. „Was wir machen, wollen wir gut machen“, sagt Daniel Hasler.

Schweden, London, Walzenhausen

Er schmunzelt, als er – mitten in der Baustelle im eigenen Geschäft – stolz von den Tablets erzählt, mit denen seine Mitarbeitenden ausgerüstet sind. Sie arbeiten mit einer branchenfremden Software. Diese passe am besten zu ihren Bedürfnissen und erleichtere ihnen die Arbeit. Das zeigt, dass Daniel Hasler über den Teller­rand denkt. Er mag es, die Dinge weiter zu entwickeln. So war seine Neugier geweckt, als die Anfrage aus Schweden kam, eine innovative Idee für die Praxis tauglich zu machen. Seit rund drei Jahren experimentiert Daniel Hasler nun mit einem schwedischen Berufskollegen und wissenschaft­licher Unterstützung der Universität Lulea am neuen intelligenten Trinkwassersystem 3eflow (www.3eflow.com). Das System arbeitet mit leeren Wasserleitungen. Wenn ich an einem Hahn im Haus das warme Wasser aufdrehe, kommt es direkt aus dem Keller. Drehe ich den Hahn wieder zu, fliesst das noch warme Wasser nach kurzer Wartezeit zurück in den Warmwasserverteiler. So werden Wasser und Energie gespart.

Zuerst gute Arbeit machen

Die Prototypen sind bereits seit zwei Jahren erfolgreich im Einsatz – in Mittelschweden, London und Walzen­hausen. Das Team um Erik Abbing und Daniel Hasler hat bereits diverse internationale Preise erhalten. Die Möglichkeit, etwas in der Branche zu bewegen, spornt ihn und sein Team an. Die Zusammenarbeit mit dem internationalen Team bereichert den Berufsalltag. Es müssen technische Herausforderungen gelöst und sprachliche Barrieren überwunden werden. Daniel Hasler schätzt, dass er mit dem Projekt 3eflow sein Interesse an innovativer Entwicklung in seinem unmittel­baren Berufsumfeld verwirklichen kann. Der Bezug zur Praxis ist ihm wichtig. Man glaubt es ihm sofort. Er zwinkert durchs Fenster seinem Sohn zu, der mit einem Schulfreund gerade über den Platz läuft. Als wir von der Besichtigung eines 3eflow-Systems zu Fuss zurück ins Geschäft gehen, wird er von einem Mann ange­sprochen. Es geht um seine Heizung. Die Arbeit ruft. Noch schnell ein Foto knipsen und dann ist Daniel Hasler zurück bei den Kunden und seinem Team, mitten im Alltag.

 

In einer losen Reihe portraitieren wir zukunftsfähige Projekte, Unternehmen, Institutionen und innovative Köpfe aus der Region.